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Helper-Ratgeber

Lohnfortzahlung bei Krankheit: Was Putzfrau, Nanny und andere Helper in der Schweiz wissen müssen

Im Stundenlohn bezahlt und zu krank zum Arbeiten? Prüfen Sie Lohnfortzahlung, Arztzeugnis, Krankentaggeld und die offizielle Regel in Ihrem Kanton.

In diesem Ratgeber

Kurz erklärt

Wenn Sie wegen Krankheit nicht arbeiten können, verlieren Sie Ihren Anspruch auf Lohnfortzahlung nicht allein deshalb, weil Sie im Stundenlohn bezahlt werden. Der Schutz kann darin bestehen, dass der Haushalt während einer begrenzten Zeit den vollen üblichen Lohn weiterbezahlt. Er kann auch aus Leistungen einer Krankentaggeldversicherung bestehen. Welcher Weg gilt, hängt von der vereinbarten Dauer des Arbeitsverhältnisses, dessen bisheriger Dauer, der Regel in Ihrem Kanton, Ihrem Vertrag und einer allfälligen gültigen Versicherungslösung ab.

Informieren Sie den Haushalt umgehend, dass Sie nicht arbeiten können. Sie müssen keine Diagnose nennen. Fragen Sie, welcher Nachweis verlangt wird, suchen Sie Ihren Vertrag und Ihre Lohnabrechnungen zusammen und prüfen Sie, ob Sie einen Krankentaggeldnachweis oder Informationen zur Police haben.

Was soll ich tun, wenn ich zu krank zum Arbeiten bin?

Beginnen Sie mit diesen Schritten:

  1. Informieren Sie jeden betroffenen Haushalt, dass Sie nicht oder nur teilweise arbeiten können. Nennen Sie den vereinbarten Einsatz oder die Stunden, die ausfallen.
  2. Fragen Sie, ab wann gemäss Ihrem Vertrag oder der anwendbaren Regel ein Arztzeugnis erforderlich ist. Das Zeugnis soll die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer bestätigen. Ihre Diagnose muss es nicht offenlegen.
  3. Bewahren Sie den Vertrag, den Einsatzplan, die Arbeitszeiterfassung, die Lohnabrechnungen und die Nachrichten zur Abwesenheit auf. Falls eine Krankentaggeldversicherung besteht, benötigen Sie auch die Police oder den Versicherungsnachweis und die Hinweise zur Leistungsanmeldung.
  4. Fragen Sie, ob der Haushalt den Lohn weiterbezahlt oder ob eine Krankentaggeldversicherung die Zahlung übernimmt. Lassen Sie sich die Antwort schriftlich geben.
  5. Wenn ein Unfall die Arbeitsunfähigkeit verursacht hat, sagen Sie ausdrücklich, dass es ein Unfall war. Für die Unfallversicherung gilt ein anderes Verfahren als für eine gewöhnliche Krankheit.

Mit jedem Haushalt besteht ein eigenes Arbeitsverhältnis. Informieren Sie jeden Haushalt, dessen vereinbarte Arbeit betroffen ist, und führen Sie die Unterlagen für jede Stelle getrennt. Erklären Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, welche Aufgaben Sie in den einzelnen Stellen ausführen. Wenn Sie eine bestimmte Aufgabe noch erledigen können, bedeutet das nicht automatisch, dass auch eine andere Aufgabe gesundheitlich sicher ist.

Erhalten Putzfrauen und Nannys im Stundenlohn eine Lohnfortzahlung?

Das ist möglich. Der Stundenlohn hebt den Schutz bei Krankheit nicht auf. Zuerst ist zu prüfen, ob das Arbeitsverhältnis die Voraussetzung für die gesetzliche Lohnfortzahlung erfüllt. Danach stellt sich die Frage, ob der Vertrag oder ein kantonaler Normalarbeitsvertrag stattdessen eine gültige Krankentaggeldregelung vorsieht.

Nach Artikel 324a des Schweizerischen Obligationenrechts kann eine Lohnfortzahlung geschuldet sein, wenn Sie ohne eigenes Verschulden nicht arbeiten können und das Arbeitsverhältnis bereits länger als 3 Monate gedauert hat oder für mehr als 3 Monate eingegangen wurde. Ein befristetes Arbeitsverhältnis von mehr als 3 Monaten kann die Voraussetzung deshalb von Beginn an erfüllen. Bei einem kürzeren Arbeitsverhältnis können der Vertrag oder der kantonale Normalarbeitsvertrag günstigere Bedingungen vorsehen. Der Haushalt ist Ihre Arbeitgeberin oder Ihr Arbeitgeber.

Es gibt zwei häufige Wege:

  1. Der Haushalt bezahlt ab dem ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit während der nach der anwendbaren Regel begrenzten Zeit den vollen üblichen Lohn weiter. Im ersten Dienstjahr beträgt das bundesrechtliche Minimum insgesamt mindestens 3 Wochen. Dieser Anspruch beginnt nicht bei jeder Krankheit erneut. Das Dienstjahr beginnt jeweils am Jahrestag des Stellenantritts und nicht automatisch im Januar.
  2. Eine gültige Krankentaggeldregelung erbringt Leistungen gemäss der Police. Der Haushalt deckt dabei den Betrag oder die Wartefrist, die sich aus der Regelung ergeben. Versicherter Anteil, Wartefrist und maximale Leistungsdauer richten sich nach den tatsächlichen Bedingungen. Eine schriftliche Vereinbarung, ein kantonaler Normalarbeitsvertrag oder ein Gesamtarbeitsvertrag kann die gesetzliche Lohnfortzahlung nur ersetzen, wenn der Schutz insgesamt mindestens gleichwertig ist.

Gehen Sie nicht davon aus, dass ohne Police kein Schutz besteht. Möglicherweise muss der Haushalt den Lohn selbst weiterbezahlen. Umgekehrt beweist ein Versicherungsabzug auf der Lohnabrechnung allein noch nicht, wann eine Leistung beginnt. Fragen Sie nach den Versicherungsbedingungen oder dem Versicherungsnachweis.

Welche Regel gilt in meinem Kanton?

Das Schweizer Bundesrecht ist der Ausgangspunkt. Kantonale Normalarbeitsverträge für die Hauswirtschaft können zusätzliche Regeln zur Lohnfortzahlung oder Versicherung enthalten. Einige Regeln hängen von der Art oder Dauer des Arbeitsverhältnisses, dem Arbeitspensum oder einer gültigen schriftlichen Vereinbarung ab.

Mit dem Kantonsnavigator finden Sie die offizielle Quelle und die Fragen, die Sie prüfen sollten. Er dient als Quellenhilfe und berechnet keinen individuellen Anspruch.

Amtliche Quellen der Kantone

Finden Sie die Regel und die richtigen Fragen für Ihren Kanton

Wählen Sie Ihren Arbeitskanton und geben Sie an, was Sie über eine Krankentaggeldversicherung wissen. Diese Quellenhilfe entscheidet nicht über einen individuellen Anspruch.

Kartengeometrie: swissBOUNDARIES3D. Alle Kantone stehen für die Quellensuche zur Verfügung.

Der Arbeitskanton ist ein sinnvoller Ausgangspunkt. Bei Arbeit in mehreren Kantonen, grenzüberschreitender Arbeit und besonderen Vereinbarungen kann eine separate Prüfung nötig sein.

Was Sie jetzt prüfen sollten

  • Gilt dieser Normalarbeitsvertrag für meine Art von Hausarbeit?
  • Ändert meine schriftliche Vereinbarung die Grundregel in gültiger Weise?
  • Besteht für mein Arbeitsverhältnis eine Krankentaggeldversicherung?
  • Was bezahlt der Haushalt während der Wartefrist einer Versicherung?

Es sind keine persönlichen Angaben erforderlich.

Amtliche kantonale Quellen zur Lohnfortzahlung und Krankentaggeldversicherung in der Hauswirtschaft

Nutzen Sie diese Tabelle, um die Quelle zu finden. Ein leeres Feld bedeutet nicht, dass kein Anspruch auf Lohnfortzahlung oder keine Versicherungspflicht besteht. Prüfen Sie die gesetzliche Lohnfortzahlung, den Vertrag und eine allfällige Police.

Wischen Sie horizontal durch die Tabelle

Amtliche kantonale Quellen zur Lohnfortzahlung und Krankentaggeldversicherung in der Hauswirtschaft
KantonAmtlicher NormalarbeitsvertragReferenzArtikel zur LohnfortzahlungArtikel zur VersicherungQuelle geprüftAmtliche Quelle
AGAargauNormalarbeitsvertrag für Hauspersonal des Kantons AargauSAR 963.375§ 12In diesem Feld ist kein kantonsspezifischer Artikel verifiziertQuelle lesen
ARAppenzell AusserrhodenNormalarbeitsvertrag für hauswirtschaftliche Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen des Kantons Appenzell AusserrhodenbGS 222.218Art. 18Art. 24Quelle lesen
AIAppenzell InnerrhodenNormalarbeitsvertrag für hauswirtschaftliche Arbeitsverhältnisse des Kantons Appenzell Innerrhoden (NAV HW)821.002Art. 17Art. 19Quelle lesen
BLBasel-LandschaftNormalarbeitsvertrag für Hauspersonal des Kantons Basel-Landschaft212.34§ 18In diesem Feld ist kein kantonsspezifischer Artikel verifiziertQuelle lesen
BSBasel-StadtNormalarbeitsvertrag für Arbeitnehmende im Haushalt einschliesslich der 24-Stunden-Betreuung im Kanton Basel-StadtIn diesem Feld ist kein kantonsspezifischer Artikel verifiziertIn diesem Feld ist kein kantonsspezifischer Artikel verifiziertIn diesem Feld ist kein kantonsspezifischer Artikel verifiziertQuelle lesen
BEBernNormalarbeitsvertrag für den Hausdienst des Kantons BernBSG 222.153.22In diesem Feld ist kein kantonsspezifischer Artikel verifiziertArt. 35, Art. 36Quelle lesen
FRFreiburgNormalarbeitsvertrag für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Hausdienst des Kantons Freiburg222.5.91Art. 14In diesem Feld ist kein kantonsspezifischer Artikel verifiziertQuelle lesen
GEGenfNormalarbeitsvertrag mit zwingenden Mindestlöhnen für die Hauswirtschaft des Kantons Genf (CTT-EDom)rsGE J 1 50.03In diesem Feld ist kein kantonsspezifischer Artikel verifiziertArt. 13Quelle lesen
GLGlarusNormalarbeitsvertrag Hauswirtschaft des Kantons Glarus (NAV HW)VIII C/12/3In diesem Feld ist kein kantonsspezifischer Artikel verifiziertIn diesem Feld ist kein kantonsspezifischer Artikel verifiziertQuelle lesen
GRGraubündenNormalarbeitsvertrag für das hauswirtschaftliche Arbeitsverhältnis des Kantons GraubündenBR 535.200In diesem Feld ist kein kantonsspezifischer Artikel verifiziertIn diesem Feld ist kein kantonsspezifischer Artikel verifiziertQuelle lesen
JUJuraNormalarbeitsvertrag für das Personal der Hauswirtschaft des Kantons JuraRSJU 222.153.22In diesem Feld ist kein kantonsspezifischer Artikel verifiziertArt. 22Quelle lesen
LULuzernNormalarbeitsvertrag für das hauswirtschaftliche Arbeitsverhältnis des Kantons LuzernSRL Nr. 854§ 21§ 22Quelle lesen
NENeuenburgNormalarbeitsvertrag für den Hausdienst des Kantons Neuenburg

Dieser kantonale Normalarbeitsvertrag gilt bei Aufnahme in die Hausgemeinschaft. Gehen Sie nicht davon aus, dass er eine Stelle erfasst, wenn Sie anderswo wohnen.

RSN 225.42Art. 15In diesem Feld ist kein kantonsspezifischer Artikel verifiziertQuelle lesen
NWNidwaldenNormalarbeitsvertrag für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Hauswirtschaft des Kantons Nidwalden (NAV Hauswirtschaft)223.1§ 16§ 17Quelle lesen
OWObwaldenNormalarbeitsvertrag für hauswirtschaftliche Arbeitnehmer des Kantons Obwalden

Obwalden hat getrennte Bestimmungen für Hausarbeit in Vollzeit und Teilzeit. Prüfen Sie, welche Bestimmungen für Ihre Stelle gelten, bevor Sie eine Folgerung zum Versicherungsschutz ziehen.

GDB 844.1Art. 20Art. 21Quelle lesen
SHSchaffhausenNormalarbeitsvertrag für hauswirtschaftliche Arbeitnehmende des Kantons Schaffhausen (NAV HW SH)221.216§ 28§ 31Quelle lesen
SZSchwyzNormalarbeitsvertrag für hauswirtschaftliche Arbeitnehmer des Kantons SchwyzSRSZ 217.111§ 15In diesem Feld ist kein kantonsspezifischer Artikel verifiziertQuelle lesen
SOSolothurnNormalarbeitsvertrag für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in der Hauswirtschaft des Kantons SolothurnBGS 821.321§ 20§ 21Quelle lesen
SGSt. GallenNormalarbeitsvertrag für hauswirtschaftliche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer des Kantons St. GallensGS 513.1Art. 11Art. 20Quelle lesen
TITessinNormalarbeitsvertrag für das Hauspersonal des Kantons TessinIn diesem Feld ist kein kantonsspezifischer Artikel verifiziertArt. 22cIn diesem Feld ist kein kantonsspezifischer Artikel verifiziertQuelle lesen
TGThurgauNormalarbeitsvertrag für hauswirtschaftliche Arbeitsverhältnisse im Kanton Thurgau221.252§ 13§ 15, § 17Quelle lesen
URUriNormalarbeitsvertrag für hauswirtschaftliche Arbeitnehmer des Kantons Uri20.1311Art. 19Art. 21, Art. 22Quelle lesen
VDWaadtNormalarbeitsvertrag für das Personal der Privathaushalte des Kantons WaadtRSV 222.105.1Art. 21In diesem Feld ist kein kantonsspezifischer Artikel verifiziertQuelle lesen
VSWallisNormalarbeitsvertrag für hauswirtschaftliche Arbeitnehmer des Kantons Wallis221.602In diesem Feld ist kein kantonsspezifischer Artikel verifiziertArt. 17Quelle lesen
ZGZugNormalarbeitsvertrag Privathaushalt des Kantons ZugBGS 831.521§ 21In diesem Feld ist kein kantonsspezifischer Artikel verifiziertQuelle lesen
ZHZürichNormalarbeitsvertrag für hauswirtschaftliche Arbeitnehmer des Kantons ZürichLS 821.12Art. 11Art. 12, Art. 26Quelle lesen

Die Tabelle unter dem Navigator enthält die offiziellen kantonalen Quellen. Wenn für Ihren Kanton kein bestimmter Artikel zur Lohnfortzahlung oder Versicherung aufgeführt ist, entscheidet das nicht über Ihre Rechte. Das Bundesrecht, Ihr Arbeitsvertrag und eine allfällige Police müssen weiterhin geprüft werden.

Was ist eine Krankentaggeldversicherung?

Eine Krankentaggeldversicherung, kurz KTG, ersetzt Einkommen bei krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit. Sie unterscheidet sich von der gewöhnlichen Krankenversicherung, der AHV und der Unfallversicherung. Sie kann die gesetzliche Lohnfortzahlung des Haushalts nur ersetzen, wenn die Regelung gültig vereinbart wurde und insgesamt mindestens gleichwertig mit dem gesetzlich vorgeschriebenen Schutz ist.

Die Police sollte fünf praktische Fragen beantworten:

  1. Welcher Anteil des versicherten Lohns wird bezahlt?
  2. Gibt es eine Wartefrist, und wer bezahlt während dieser Zeit?
  3. Wie lange können Leistungen ausgerichtet werden?
  4. Wer bezahlt die Prämie?
  5. Welche Versicherung, welches Formular und welche Frist gelten für die Leistungsanmeldung?

Lesen Sie den Vertrag und die Police zusammen. Eine Versicherungspolice ersetzt die gesetzliche Pflicht nicht automatisch. Leistungshöhe, Leistungsdauer, allfällige unbezahlte Tage und Prämienaufteilung müssen der anwendbaren Regel entsprechen. Ein kantonaler Normalarbeitsvertrag kann für bestimmte Arbeiten im Privathaushalt eine Versicherung verlangen, während ein anderer Kanton die Wahl den Parteien überlässt. Die im Navigator verlinkte offizielle Quelle zeigt den geprüften kantonalen Ausgangspunkt.

Wer bezahlt mich, während ich krank bin?

Wenn die gesetzliche Lohnfortzahlung gilt und keine gültige Ersatzregelung die Abwesenheit erfasst, bezahlt der Haushalt während der anwendbaren begrenzten Zeit den vollen üblichen Lohn. Zum üblichen Lohn gehören die Bestandteile, die normalerweise angefallen wären, nicht nur der vereinbarte Stundenlohn. Wenn eine gültige Krankentaggeldregelung gilt, bestimmen Police und Vereinbarung, wann die Versicherung zu zahlen beginnt und was der Haushalt während einer allfälligen Wartefrist bezahlt.

Bitten Sie um eine schriftliche Aufstellung mit diesen Angaben:

  1. Die vereinbarten Stunden oder der regelmässige Lohn, die der Berechnung zugrunde liegen.
  2. Der Zeitraum der Abwesenheit und eine allfällige teilweise Arbeitsunfähigkeit.
  3. Die zahlende Stelle für jeden Teil des Zeitraums.
  4. Jeder Abzug und die Grundlage in der Police.
  5. Das erwartete Zahlungsdatum.

Bei unregelmässigen Stunden kann die Berechnung auf einem repräsentativen Durchschnitt aus dem bisherigen Arbeitsverhältnis beruhen. Akzeptieren Sie nicht automatisch eine Berechnung mit null Stunden, nur weil in einer einzelnen Woche kein Einsatz geplant war. Fragen Sie, welcher erfasste Zeitraum und welches vereinbarte Arbeitsmuster verwendet wurden.

Muss ein Arztzeugnis meine Diagnose nennen?

Nein. Wie das SECO in seinen Fragen zur Arbeitsverhinderung erklärt, bestätigt ein Arztzeugnis normalerweise, ob und ab wann Sie arbeitsunfähig sind, wie lange die Arbeitsunfähigkeit voraussichtlich dauert und ob sie vollständig oder teilweise ist. Der Haushalt muss Ihre Diagnose nicht kennen.

Senden Sie nur die Angaben, die für das Arbeitsverhältnis oder die Abwicklung mit der Versicherung erforderlich sind. Schreiben Sie Symptome, Diagnosen oder Behandlungsangaben nicht in einen allgemeinen Chat zur Arbeit. Falls die Versicherung weitere medizinische Informationen benötigt, fragen Sie nach dem sicheren Übermittlungsweg und senden Sie die Angaben an die zuständige Stelle.

Wenn das Arztzeugnis eine teilweise Arbeitsunfähigkeit festhält, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, ob sie sich auf die Arbeitszeit, bestimmte Aufgaben oder beides bezieht. Klären Sie anschliessend schriftlich mit dem Haushalt, welche sicheren Tätigkeiten und Arbeitszeiten noch möglich sind. Eine Prozentangabe im Zeugnis ist allein keine Anweisung, dasselbe Arbeitspensum in kürzerer Zeit zu leisten.

Was ist der Unterschied zwischen Krankheit und Unfall?

Für Krankheit und Unfall gelten unterschiedliche Versicherungen. Bei einer gewöhnlichen Krankheit gelten die Regeln zur Lohnfortzahlung oder zum Krankentaggeld. Ein Berufsunfall, ein Unfall auf dem Arbeitsweg und ein Freizeitunfall werden nach den Regeln der Unfallversicherung beurteilt. Der verfügbare Schutz hängt dabei teilweise vom Arbeitsverhältnis und von der Arbeitszeit ab.

Teilen Sie dem Haushalt mit, wenn ein Unfall die Arbeitsunfähigkeit verursacht hat, auch wenn sich die Folgen ähnlich wie bei einer Krankheit anfühlen. Der Haushalt muss den Unfall möglicherweise der Unfallversicherung melden. Unser Ratgeber zur Unfallversicherung für Hausangestellte erklärt das Meldeverfahren und den Unterschied zwischen Berufs- und Freizeitunfällen.

Kann mir der Haushalt kündigen, während ich krank bin?

Nach der Probezeit kann das Schweizer Recht eine ordentliche Kündigung durch den Haushalt während einer begrenzten Zeit verhindern, wenn Sie ohne eigenes Verschulden arbeitsunfähig sind. Die Sperrfrist hängt vom Dienstjahr ab und ist von der Dauer der Lohnfortzahlung getrennt. Während der Probezeit, bei einem befristeten Vertrag, der wie vereinbart endet, bei Ihrer eigenen Kündigung, bei einer Auflösung im gegenseitigen Einvernehmen oder bei einer fristlosen Auflösung gelten andere Regeln.

Eine Krankheit macht nicht jede Kündigung ungültig. Das Datum der Kündigung, der Beginn der Arbeitsunfähigkeit, die Probezeit und die Vertragsart sind entscheidend. Bewahren Sie das Kündigungsschreiben sowie den Briefumschlag oder den Zustellnachweis auf. Wenn sich die Daten mit einer ärztlich bestätigten Arbeitsunfähigkeit überschneiden, lesen Sie den Ratgeber zur Kündigungsfrist und lassen Sie den zeitlichen Ablauf rasch vom kantonalen Arbeitsamt, einer Gewerkschaft oder einer qualifizierten Fachperson prüfen.

Was kann ich tun, wenn die Lohnfortzahlung fehlt?

Beginnen Sie mit einer kurzen schriftlichen Anfrage. Bleiben Sie sachlich und fügen Sie nur die Unterlagen bei, die zum Verständnis der Lohnfrage nötig sind.

Zu Beginn der Abwesenheit können Sie diese kurze Nachricht senden:

Ich bin krank und kann deshalb den Einsatz am [Datum oder zur vereinbarten Zeit] nicht wahrnehmen. Ich informiere Sie bis [Datum oder Uhrzeit] über den weiteren Verlauf. Bitte teilen Sie mir mit, ab wann ein Arztzeugnis erforderlich ist und wie die Lohnfortzahlung gemäss unserem Vertrag geregelt ist.

Wenn die Zahlung später fehlt, können Sie schreiben:

Ich war vom [Datum] bis [Datum] arbeitsunfähig, wie mein Arztzeugnis bestätigt. In diesem Zeitraum waren [Stunden oder Einsätze] vereinbart. Bitte teilen Sie mir mit, ob der Haushalt meinen Lohn weiterbezahlt oder die Krankentaggeldversicherung leistet, welche Regel oder Police gilt und wann die Zahlung erfolgt.

Bewahren Sie Kopien dieser Unterlagen auf:

  1. Ihren Arbeitsvertrag und spätere Änderungen.
  2. Den Einsatzplan oder die Vereinbarung über wiederkehrende Arbeit.
  3. Arbeitszeiterfassungen und Lohnabrechnungen aus der Zeit vor der Krankheit.
  4. Das Arztzeugnis ohne zusätzliche Angaben zur Diagnose.
  5. Nachrichten zur Meldung der Abwesenheit und die Antwort des Haushalts.
  6. Einen Versicherungsnachweis, einen Auszug aus der Krankentaggeldpolice oder eine Referenz zur Schadenmeldung.
  7. Die Lohnabrechnung, auf der die erhaltene und die fehlende Zahlung ersichtlich sind.

Wenn die Antwort weiterhin unklar ist, nutzen Sie die offizielle kantonale Quelle im Navigator. Die kantonale Arbeitsbehörde kann den anwendbaren Normalarbeitsvertrag erklären. Eine Versicherung kann ihre Police und den Bearbeitungsstand der Leistungsanmeldung erläutern. Eine Gewerkschaft oder eine qualifizierte Fachperson kann eine einzelne Streitfrage beurteilen.

Für wen gilt dieser Ratgeber?

Dieser Ratgeber richtet sich an Putzfrauen, Nannys und andere Angestellte, die gewöhnliche Hausarbeit für private Haushalte leisten. Für Betreuung mit Unterkunft im Haushalt können zusätzliche kantonale Regeln gelten. Für Au-pairs, Angestellte einer Agentur, tatsächlich selbstständig erwerbende Personen, unentgeltlich mithelfende Familienmitglieder, öffentlich-rechtliche Arbeitsverhältnisse und professionelle medizinische Betreuung können andere Regeln gelten. Prüfen Sie den richtigen Status, bevor Sie sich auf diesen Ratgeber stützen.

Auch eine mündliche Vereinbarung kann ein Arbeitsverhältnis begründen. Entscheidend sind das tatsächliche Verhältnis und die darauf anwendbare Regel.

Weshalb sind ein schriftlicher Vertrag und Lohnabrechnungen wichtig?

Damit lassen sich die Tatsachen leichter belegen. Ein schriftlicher Vertrag kann das vereinbarte Arbeitspensum, den Bruttolohn, die Regelung bei Krankheit und die Kündigungsbestimmungen festhalten. Lohnabrechnungen zeigen den bisherigen Lohn und einen allfälligen Abzug für eine Versicherung. Arbeitszeiterfassungen belegen das Arbeitsmuster bei wechselnden Stunden.

Eine deklarierte Beschäftigung schafft zudem Unterlagen, die für Sozialversicherungs- und Lohnfragen gebraucht werden. Lesen Sie unsere Ratgeber zu deklarierter Hausarbeit, zum Nettolohn für Putzfrauen und Nannys und zum Arbeitsvertrag für Hausangestellte.

«Wer als Helper krank ist, braucht Zeit, um gesund zu werden, und eine klare Antwort zur Lohnfortzahlung. Ein schriftlicher Vertrag und regelmässige Lohnabrechnungen helfen dabei.»

Gilberto de la Fuente, Helpore

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Der Haushalt ist Ihre Arbeitgeberin oder Ihr Arbeitgeber. Helpore verlangt von Helpern keine Gebühr. Sie können kostenlos Ihr Profil als Helper erstellen und Ihre Dienstleistungen, Ihre Region und Ihre Verfügbarkeit angeben. Helpore Flex ist offen, und jede Buchungsanfrage wartet auf die Bestätigung des Helpers. Ein Profil verspricht deshalb weder eine Stelle noch eine sofortige Anfrage. Mehr über Helpore für Helper.

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FAQ

Erhalte ich Lohnfortzahlung, wenn ich im Stundenlohn bezahlt werde?

Das ist möglich. Der Stundenlohn hebt den Schutz nicht auf. Entscheidend sind aber die Dauer des Arbeitsverhältnisses, die anwendbare Regel des Bundes oder Kantons und eine allfällige gültige Krankentaggeldregelung.

Darf der Haushalt ab dem ersten Krankheitstag ein Arztzeugnis verlangen?

Ja. Ein Arztzeugnis kann ab dem ersten Tag verlangt werden, auch wenn viele Verträge einen späteren Tag vorsehen. Prüfen Sie die schriftlichen Bedingungen und besorgen Sie das Zeugnis bei Bedarf rasch.

Muss mein Arztzeugnis die Diagnose nennen?

Nein. Es muss normalerweise die Arbeitsunfähigkeit, deren Beginn und voraussichtliche Dauer sowie eine vollständige oder teilweise Arbeitsunfähigkeit bestätigen. Der Haushalt muss Ihre Diagnose nicht kennen.

Wer bezahlt, wenn eine Krankentaggeldversicherung besteht?

Während einer Wartefrist kann der Haushalt zahlen, danach möglicherweise die Versicherung. Die genaue Aufteilung hängt von der Police, dem Vertrag und der anwendbaren Regel des Kantons oder Bundes ab.

Was gilt, wenn der Haushalt keine Krankentaggeldversicherung hat?

Keine Police bedeutet nicht automatisch, dass Sie keine Lohnfortzahlung erhalten. Die gesetzliche Lohnfortzahlung kann gelten, und eine kantonale Regel kann dem Haushalt weitere Pflichten auferlegen. Prüfen Sie die kantonale Quelle, den Vertrag und die Dauer des Arbeitsverhältnisses.

Wird ein Unfall gleich behandelt wie eine Krankheit?

Nein. Für die Unfallversicherung gelten eigene Meldewege und Leistungsregeln. Teilen Sie dem Haushalt mit, wenn ein Unfall die Arbeitsunfähigkeit verursacht hat, damit die richtige Versicherung und das richtige Verfahren eingesetzt werden.

Kann mir während einer Krankheit gekündigt werden?

Nach der Probezeit kann eine begrenzte Sperrfrist eine ordentliche Kündigung durch den Haushalt verhindern. Das Dienstjahr, die Daten, die Vertragsart und die kündigende Partei sind entscheidend. Lassen Sie den zeitlichen Ablauf prüfen, wenn sich Kündigung und Krankheit überschneiden.

Offizielle Quellen

  1. Schweizerische Eidgenossenschaft: Arbeitsausfall wegen Krankheit oder Unfall
  2. SECO: Fragen zur Arbeitsverhinderung
  3. Schweizerisches Obligationenrecht, Artikel 324a, 324b und 336c
  4. SECO: Anleitung zur Anmeldung eines Arbeitsverhältnisses und zur Lohnabrechnung
  5. Bundesamt für Gesundheit: freiwillige Taggeldversicherung
  6. Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter: Datenbearbeitung durch den Arbeitgeber
  7. SECO: Fragen zur Kündigung
  8. Die im Kantonsnavigator verlinkten offiziellen kantonalen Normalarbeitsverträge.