Kläre zuerst, wie die Anstellung endet
Prüfe, wer im Vertrag als Arbeitgeber genannt ist, welche Vertragsart vorliegt und welche Regeln für die Anstellung im Haushalt in deinem Kanton gelten; diese kann ein kantonaler Normalarbeitsvertrag festlegen. Eine befristete Anstellung endet normalerweise am vereinbarten Datum. Ein früherer Austritt braucht eine eigene rechtliche Grundlage. Bei einer unbefristeten Anstellung beträgt die Kündigungsfrist im ersten Dienstjahr einen Monat, im zweiten bis neunten Dienstjahr zwei Monate und danach drei Monate, jeweils auf das Ende eines Monats; in der Probezeit sind es sieben Tage (Art. 335b und Art. 335c OR). Nach der Probezeit kann eine schriftliche Abrede oder der Normalarbeitsvertrag deines Kantons die Kündigungsfrist ändern, aber nicht unter einen Monat senken (Art. 335c Abs. 2 OR). In der Probezeit können beide auch die Kündigungsfrist von sieben Tagen verkürzen (Art. 335b Abs. 2 OR), und einige kantonale Normalarbeitsverträge sehen das vor. Unser Glossareintrag zur Kündigungsfrist zeigt die Grundlagen.
Wenn du selbst kündigen möchtest
Kündige eine unbefristete Anstellung eindeutig und in der vorgeschriebenen Form. Bewahre einen Nachweis auf, dass der Haushalt die Kündigung erhalten hat. Es zählt der Tag, an dem der Haushalt deine Kündigung erhält, nicht der Tag, an dem du sie aufgibst. Die Schriftform ist Pflicht, wenn der geltende Vertrag oder die anwendbaren Regeln sie verlangen. Eine schriftliche Dokumentation ist in jedem Fall hilfreich. Das Bundesportal hat eine kurze Seite zum Kündigen.
Wenn der Haushalt dir kündigt
Notiere, an welchem Tag die Kündigung bei dir eingetroffen ist. Wenn du krank, verletzt oder schwanger bist, lass das vorgesehene Enddatum rasch prüfen. Nach der Probezeit ist eine Kündigung durch den Haushalt nichtig, wenn sie ausgesprochen wird, während du ohne eigenes Verschulden wegen Krankheit oder Unfall ganz oder teilweise nicht arbeiten kannst, im ersten Dienstjahr während 30 Tagen, im zweiten bis fünften Dienstjahr während 90 Tagen und ab dem sechsten Dienstjahr während 180 Tagen, oder während der Schwangerschaft und in den 16 Wochen nach der Geburt; eine vorher ausgesprochene Kündigung steht in dieser Zeit still und läuft danach weiter (Art. 336c OR, Antworten des SECO zur Kündigung). Das gilt nicht, wenn du selbst kündigst oder eine Befristung einfach ausläuft. Der Normalarbeitsvertrag deines Kantons kann diesen Schutz erweitern.
Ein abgesagter Einsatz beendet keine Anstellung. Erkundige dich, was der Haushalt meint, und kläre die verbleibende Arbeit und den Lohn. Setze das Ende der Anstellung nicht allein mit dem letzten geplanten Einsatz gleich.
Vergleiche Stunden, Lohnabrechnung und Zahlung
Beginne mit deinen Arbeitsaufzeichnungen
Halte fest, welchen Zeitraum der letzte Lohn abdecken soll. Bei Arbeit im Stundenlohn vergleichst du die vereinbarten Einsätze mit den tatsächlich geleisteten Stunden. Lass Änderungen und Absagen in den Aufzeichnungen sichtbar, statt sie stillschweigend zu streichen. Ob eine abgesagte Stunde bezahlt wird, ist eine eigene Frage; deine Liste zeigt nur, dass sie abgesagt wurde.
Bei einem Monatslohn prüfst du, welchen Zeitraum der Anstellung die letzte Lohnabrechnung umfasst. Wenn der letzte Arbeitstag und das Ende der Anstellung auseinanderfallen, halte beide Daten fest. Die Anweisung, nicht mehr zur Arbeit zu kommen, erklärt für sich allein noch nicht, wie der verbleibende Zeitraum abgerechnet wurde.
Verwende vorhandene Unterlagen: deinen Kalender, Stundenaufzeichnungen, Lohnabrechnungen und Nachrichten zum Einsatzplan. Notiere, wo die Aufzeichnungen des Haushalts von deinen abweichen. Bewahre nur relevante Belege zur Anstellung auf. Sammle keine privaten Familienunterlagen oder Fotos von Kindern.
Lies die Berechnung auf der Lohnabrechnung
Gleiche den Zeitraum und den erfassten Lohn oder die erfassten Stunden mit der letzten Lohnabrechnung ab. Lies Bruttolohn, jeden Zuschlag, jeden Abzug und Nettolohn einzeln. Bezieht sich eine Korrektur auf einen früheren Monat, nimm auch diese Abrechnung dazu. Der Endbetrag lässt sich leichter nachvollziehen, wenn du siehst, was sich geändert hat.
Frag nach, wenn du eine Position nicht verstehst. Benenne bei einer Korrektur den ursprünglichen Posten und die Änderung, die aus deiner Sicht nötig ist. Leg die Erklärung des Haushalts zur Lohnabrechnung. Das Bundesgericht verlangt eine klare schriftliche Lohnabrechnung mit einzeln ausgewiesenen Zuschlägen und Abzügen.
Prüfe, was du erhalten hast
Vergleiche den Nettolohn mit deinen Zahlungsbelegen. Notiere für jede bereits erhaltene Zahlung Betrag, Datum und Lohnperiode. Deckt eine Überweisung mehrere Zeiträume ab, frag nach der Aufteilung, bevor du sie als Schlusszahlung betrachtest.
Leg Lohnabrechnung und Zahlungsnachweise zusammen ab. Eine Lohnabrechnung zeigt die Berechnung, aber nicht, dass du das Geld erhalten hast. Eine Überweisung sagt dir nicht, wie Stunden oder Ferien gezählt wurden, also brauchst du beides.
Prüfe Ferien und weitere offene Posten
Bereits bezogene oder ausbezahlte Ferien
Nimm deine Ferienaufzeichnungen und die dazugehörigen Lohnabrechnungen zusammen. Prüfe den erworbenen Ferienanspruch, bereits bezogene Ferien und schon ausgewiesene Ferienentschädigungen. Rechne ein geschätztes Ferienguthaben erst zum Lohn hinzu, wenn du diese Punkte geprüft hast.
Ferien sollen normalerweise als Freizeit bezogen werden. Ein Restanspruch darf nur ausbezahlt werden, wenn die Voraussetzungen für eine Abgeltung am Ende der Anstellung erfüllt sind. Ob Ferien während der verbleibenden Anstellung zumutbarerweise bezogen werden können, muss im Einzelfall geprüft werden.
Bei Arbeit im Stundenlohn klärt eine als Ferienentschädigung bezeichnete Zahlung für sich allein noch nicht alle Fragen. Prüfe, ob die Entschädigung rechtsgültig ausbezahlt wurde, und zähle denselben Anspruch nicht doppelt. Lassen sich die Unterlagen nicht miteinander abgleichen, frag nach der Ferienberechnung. Unser Ratgeber zu Stundenlohn und Ferienentschädigung zeigt, worauf du achten solltest.
Zusätzliche Stunden und vertragliche Zahlungen
Erfasse zusätzliche Arbeitsstunden getrennt von den regulären Stunden, mit dem Tag und der Anweisung oder Vereinbarung dazu. Ob die Arbeit angeordnet, notwendig oder vom Haushalt genehmigt war, kann beeinflussen, wie sie abgegolten wird. Ist nichts anderes schriftlich vereinbart oder im Normalarbeitsvertrag deines Kantons geregelt, werden Überstunden mit dem Normallohn und einem Zuschlag von mindestens 25 Prozent bezahlt oder, wenn du einverstanden bist, durch Freizeit von mindestens gleicher Dauer ausgeglichen (Art. 321c OR, Antworten des SECO zu Überstunden).
Ein dreizehnter Monatslohn oder andere Zusatzleistungen gehören nur in die Schlussabrechnung, wenn dein Vertrag oder eine geltende Regel sie vorsieht. Ein vertraglicher Anspruch und ein freiwilliger Bonus werden je für sich beurteilt. Frag, welche Vereinbarung oder Regel angewendet wurde, wenn ein solcher Posten in der Schlussabrechnung enthalten ist oder fehlt.
Notwendige Auslagen für die Arbeit
Liste noch offene notwendige Auslagen aus der Anstellung getrennt vom Lohn auf, jeweils mit Datum, Zweck und vorhandenem Beleg. Prüfe, was bereits erstattet wurde. Verwechsle diese Auslagen nicht mit dem gewöhnlichen Arbeitsweg oder einer Rückerstattung für eine Dienstleistung. Art. 327a OR verpflichtet den Arbeitgeber, alle durch die Ausführung der Arbeit notwendig entstehenden Auslagen zu ersetzen.
Wenn ein Posten fehlt oder falsch erscheint
Notiere den Posten, den Zeitraum und das Dokument, auf das sich deine Frage stützt. Sag, ob du eine fehlende Lohnabrechnung, eine Erklärung zur Berechnung, eine Korrektur oder eine Klärung zu einer Zahlung brauchst. Solche Anfragen lassen sich leichter beantworten als die blosse Nachricht, der Schlussbetrag sei falsch.
Du kannst diese Nachricht anpassen:
Ich prüfe gerade den letzten Lohn und die Unterlagen zu meiner Anstellung. Bei den erfassten Stunden scheinen meine Arbeitsaufzeichnungen und die Lohnabrechnung voneinander abzuweichen. Könnten Sie mir erklären, welche Stunden die Lohnabrechnung umfasst, und die Abweichung anhand der beigefügten Aufzeichnung prüfen? Bitte bestätigen Sie auch, welche Zahlungen bereits berücksichtigt wurden und wann ich die noch ausstehenden Arbeitsunterlagen erhalte.
Ersetze das Beispiel durch den Punkt, den du tatsächlich festgestellt hast. Sende nur den relevanten Beleg, bewahre eine Kopie auf und behalte die Antwort. Stellt der Haushalt eine korrigierte Lohnabrechnung aus, lege sie zusammen mit dem Original ab. So bleibt die Änderung nachvollziehbar.
Besteht die Meinungsverschiedenheit weiter, nimm Vertrag, Kündigung, Lohnabrechnungen, Zahlungsnachweise und Korrespondenz zu einer qualifizierten Beratungsstelle mit. Nimm alles mit: Eine Beratungsstelle will die Unterlagen sehen, keine Zusammenfassung.
Bewahre die passenden Unterlagen zu dieser Anstellung auf
Frag nach den Dokumenten, die zum Abrechnungsverfahren deiner Anstellung gehören, und kläre, wann und wie du sie erhältst.
| Unterlage | Was sie belegt | Was du zum Erhalt klären solltest |
|---|---|---|
| Letzte Lohnabrechnung | Lohnberechnung und Abzüge für den betreffenden Zeitraum | Frag nach einer fehlenden Abrechnung oder Korrektur und bewahre sie mit den Zahlungsnachweisen auf. |
| Jährlicher Lohnausweis | Erwerbseinkommen für die Steuern im ordentlichen Verfahren | Der Haushalt stellt ihn nach Jahresende aus. Kläre, wie du ihn erhältst. |
| Steuerbescheinigung im vereinfachten Verfahren | Erwerbseinkommen und abgerechnete Steuer; ersetzt im vereinfachten Verfahren den Lohnausweis des Arbeitgebers | Erkundige dich nach dem Verfahren der Ausgleichskasse und der Zustellung. |
| Arbeitszeugnis | Art und Dauer der Arbeit sowie Leistung und Verhalten | Du kannst es jederzeit verlangen. Prüfe beim Erhalt die Anstellungsdaten und Aufgaben. |
Das SECO listet die Unterlagen im ordentlichen Abrechnungsverfahren auf; das vereinfachte Verfahren für Anstellungen im Privathaushalt steht auf der Seite einer Ausgleichskasse.
Statt eines vollständigen Arbeitszeugnisses kannst du ausdrücklich eine einfache Arbeitsbestätigung verlangen, die nur Art und Dauer der Anstellung nennt. Sie ist kein Lohnausweis.
«Ein gutes Arbeitszeugnis soll dem nächsten Haushalt die geleistete Arbeit verständlich machen, ohne dass er es entschlüsseln muss. Klare Aufgaben, ehrliche Formulierungen und die richtigen Daten respektieren den Helper und den Haushalt.»
Gilberto de la Fuente, Helpore
Deine Checkliste für den letzten Lohn und die Unterlagen
Kläre die nächsten Schritte getrennt
Wenn mehrere Haushalte dich jeweils separat beschäftigen, endet mit dieser Anstellung nicht automatisch auch eine andere.
Für die Übergabe, Versicherungsfragen und den administrativen Wechsel zu einem anderen Haushalt nutze unseren Ratgeber zum Arbeitgeberwechsel als Helper. Frag vor dem Ende dieser Anstellung den Haushalt nach dem Namen seines Unfallversicherers und erkundige dich dort, welcher Schutz nach deinem letzten bezahlten Tag weiterbesteht und ob dich eine andere Stelle, die du behältst, abdeckt. Organisiere rechtzeitig einen allfällig nötigen Versicherungsschutz; das offizielle Merkblatt zur Hausdienstarbeit nennt die Regeln zur Unfallversicherung.
Nutzt du Helpore bereits, beginne mit der Hilfe und deinen vorhandenen Unterlagen. Bei einer Frage zu Unterlagen aus deiner Anstellung im Haushalt kontaktiere Helpore zu deinen Unterlagen als Helper. Bewahre eigene Kopien der Dokumente auf, die du brauchst.
Wenn du später über Helpore arbeiten möchtest, lies, wie du als Helper einsteigst. Der Haushalt ist der Arbeitgeber. Helper zahlen keine Gebühren an Helpore. Schau dir die Voraussetzungen an, bevor du dich bewirbst.
Für Haushalte, die Hilfe organisieren
Eine Anstellung beenden, einen Einsatz absagen und ein Administrationsabo kündigen sind getrennte Schritte. Kläre die Anstellung und prüfe danach die für dich geltenden Dienstleistungsvereinbarungen.
Helpore Flex
Finde einen Helper für stundenweise Hilfe. Der Haushalt stellt den Helper an. Entdecke Flex und sieh dir die Suche sowie die Bedingungen für deinen Standort an.
Helpore Admin Light
Wenn du bereits einen Helper beschäftigst, unterstützt dich Admin Light bei den Unterlagen, während du für Anmeldungen, Meldungen und die Lohnzahlung verantwortlich bleibst. Dafür nutzt du die bereitgestellten Dokumente und Berechnungen. Helpore Admin Light ansehen.
Helpore Admin
Für Haushalte, die die Administration in ihrem Namen erledigen lassen möchten, bietet Admin den umfassenderen Administrationsservice. Der Haushalt bleibt der Arbeitgeber. Prüfe den Leistungsumfang und die nötigen Schritte beim Ende einer Anstellung. Helpore Admin ansehen.
Häufige Fragen
Kann ich meine Anstellung im Privathaushalt kündigen?
Ja, eine unbefristete Anstellung im Privathaushalt kannst du normalerweise mit einer gültigen Kündigung beenden. Prüfe zuerst die geltende Form, Kündigungsfrist und den zulässigen Kündigungstermin. Bei einem befristeten Vertrag braucht ein früherer Austritt eine gesonderte Prüfung. Bewahre die Kündigung und den Nachweis auf, dass der Arbeitgeber sie erhalten hat.
Wie schreibe ich eine einfache Kündigung?
Nenne deinen Namen und den Haushalt als Arbeitgeber. Bezeichne die Anstellung und erkläre eindeutig, dass du kündigst. Gib das vorgesehene Enddatum an, nachdem du die geltenden Regeln geprüft hast. Halte eine vorgeschriebene Schriftform ein, unterschreibe, wo dies erforderlich ist, und behalte eine Kopie. Stelle die Kündigung so zu, dass du nachweisen kannst, wann der Arbeitgeber sie erhalten hat.
Der Haushalt braucht mich nicht mehr. Ist meine Anstellung beendet?
Frage, ob der Haushalt dir kündigt, einen Einsatz absagt oder ein einvernehmliches Enddatum vorschlägt. Ein abgesagter Einsatz allein beendet die Anstellung nicht. Bewahre die Nachricht auf und kläre das vorgesehene Ende der Anstellung. Eine Kündigung durch den Haushalt kann während einer Sperrfrist nichtig sein oder stillstehen. Leite das Ende der Anstellung deshalb nicht allein aus dem letzten geplanten Einsatz ab.
Was sollte ich auf der letzten Lohnabrechnung prüfen?
Vergleiche die Lohnperiode, den Lohn oder die erfassten Stunden, die Abzüge und die Zahlungen mit deinen eigenen Aufzeichnungen. Prüfe, wie Ferien und vereinbarte Zusatzleistungen berücksichtigt wurden. Halte bereits bezahlte Beträge fest, bevor du nach einem Restbetrag fragst. Bitte um eine schriftliche Erklärung für einen Posten, den du nicht nachvollziehen kannst, statt einen automatischen Anspruch zu schätzen.
Was ändert sich, wenn ich beim Ende der Anstellung krank oder schwanger bin?
Betroffen ist nur eine Kündigung durch den Haushalt. Nach der Probezeit ist sie nichtig, wenn sie ausgesprochen wird, während du ohne eigenes Verschulden wegen Krankheit oder Unfall nicht arbeiten kannst (je nach Dienstjahren 30, 90 oder 180 Tage) oder während der Schwangerschaft und in den 16 Wochen nach der Geburt, und eine vorher ausgesprochene Kündigung steht in dieser Zeit still. Deine eigene Kündigung und das Auslaufen eines befristeten Vertrags sind nicht betroffen. Der Normalarbeitsvertrag deines Kantons kann diesen Schutz erweitern. Bewahre die Kündigung und die Daten auf. Hol dir rasch qualifizierte Beratung, wenn das vorgesehene Ende in eine solche Frist fallen könnte.
Welche Unterlagen sollte ich vom Haushalt verlangen?
Frage nach der letzten Lohnabrechnung, den passenden Einkommensunterlagen für die Steuern und einem Arbeitszeugnis. Sie treffen nicht unbedingt gleichzeitig ein. Im vereinfachten Verfahren stellt die Ausgleichskasse die Steuerbescheinigung anstelle eines Lohnausweises des Arbeitgebers aus. Bewahre diese Unterlagen zusammen mit Vertrag, Kündigung und Zahlungsaufzeichnungen auf.