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Helper-Ratgeber

Arbeitszeugnis für Putzfrau oder Nanny in der Schweiz

Ein praktischer Ratgeber zum qualifizierten Arbeitszeugnis, zur Arbeitsbestätigung, zum Zeitpunkt, zum Inhalt, zum Datenschutz und zu Korrekturen in Schweizer Privathaushalten.

Kurz erklärt

Wenn ein Haushalt dich beschäftigt, kannst du von diesem Haushalt während des Arbeitsverhältnisses oder nach dessen Ende ein Arbeitszeugnis verlangen. Ein qualifiziertes Arbeitszeugnis beschreibt Art und Dauer deines Arbeitsverhältnisses und beurteilt deine Leistung und dein Verhalten. Wenn du ausdrücklich eine Arbeitsbestätigung verlangst, beschränkt sie sich auf Art und Dauer des Arbeitsverhältnisses. Du kannst eines der beiden Dokumente oder beide verlangen.

Der Haushalt ist deine Arbeitgeberin oder dein Arbeitgeber. Deshalb erstellt, datiert und unterschreibt der Haushalt das Dokument. Zwischenzeugnis und Schlusszeugnis bezeichnen den Zeitpunkt der Ausstellung. Diese Unterscheidung ist unabhängig von der Wahl zwischen einem qualifizierten Arbeitszeugnis und einer Arbeitsbestätigung.

Dokument wählen

Qualifiziertes Arbeitszeugnis oder Arbeitsbestätigung

Vergleiche den Inhalt beider Dokumente, bevor du eines oder beide verlangst.

Du kannst eines der beiden Dokumente oder beide verlangen.

Qualifiziertes Arbeitszeugnis

Nennt Art und Dauer des Arbeitsverhältnisses und beurteilt Leistung und Verhalten.

Arbeitsbestätigung

Nennt nur Art und Dauer des Arbeitsverhältnisses.

In diesem Ratgeber

Schweizer Arbeitszeugnis erstellen

Wähle das passende Dokument

Ein qualifiziertes Arbeitszeugnis und eine Arbeitsbestätigung erfüllen unterschiedliche Zwecke. Die angestellte Person entscheidet und kann beide Dokumente verlangen.

Qualifiziertes Arbeitszeugnis

Ein qualifiziertes Arbeitszeugnis hält Art und Dauer des Arbeitsverhältnisses fest und beurteilt Leistung und Verhalten. Bei einer Putzfrau, Nanny oder einem anderen Helper kann es die tatsächlich ausgeführten Aufgaben, die Zeiträume mit wichtigen Aufgaben und die Ausführung der Arbeit beschreiben.

Die Beurteilung soll wahrheitsgetreu, vollständig und fair sein. Eine wohlwollende Formulierung bedeutet kein automatisches Lob. Relevante Tatsachen können ins Dokument gehören, einzelne Belanglosigkeiten und versteckte negative Codes jedoch nicht. Keine einzelne Formulierung ergibt verlässlich eine rechtliche Gesamtnote.

Arbeitsbestätigung

Eine Arbeitsbestätigung beschränkt sich auf Art und Dauer des Arbeitsverhältnisses. Sie beurteilt weder Leistung noch Verhalten und nennt keinen Kündigungsgrund. Verlangt die angestellte Person ein qualifiziertes Arbeitszeugnis, soll der Haushalt dieses nicht durch eine Arbeitsbestätigung ersetzen, nur um keine Beurteilung schreiben zu müssen.

Du kannst beide Dokumente verlangen. Das eine kann beispielsweise Beschäftigungsdaten und Aufgaben kurz festhalten, während das andere das Arbeitsverhältnis ausführlicher beschreibt.

Zwischenzeugnis und Schlusszeugnis bezeichnen den Zeitpunkt

Ein Zwischenzeugnis wird während des laufenden Arbeitsverhältnisses ausgestellt. Es beschreibt die Arbeit aus aktueller Sicht. Mach deutlich, dass das Arbeitsverhältnis weiterläuft.

Ein Schlusszeugnis wird zum Ende des Arbeitsverhältnisses ausgestellt. Gemäss SECO wird es üblicherweise auf den letzten Tag des Arbeitsverhältnisses datiert. Dieses Datum ist nicht automatisch das Datum des letzten tatsächlichen Arbeitseinsatzes. Stell sicher, dass für die Dauer des Arbeitsverhältnisses das korrekte vertragliche Enddatum angegeben ist.

Der Zeitpunkt bestimmt die Dokumentart nicht. Ein Zwischenzeugnis kann ein qualifiziertes Arbeitszeugnis oder eine Arbeitsbestätigung sein. Das gilt auch für ein Schlusszeugnis. Die angestellte Person kann das Dokument verlangen, das sie zu diesem Zeitpunkt benötigt.

So verlangst du als Helper das Dokument

Wende dich direkt an den Haushalt, der dich beschäftigt. Wenn du für mehrere Haushalte arbeitest, besteht mit jedem Haushalt ein eigenes Arbeitsverhältnis. Jeder Haushalt erstellt sein eigenes Dokument.

  1. Entscheide, ob du ein qualifiziertes Arbeitszeugnis, eine Arbeitsbestätigung oder beide Dokumente möchtest.
  2. Gib an, ob du während des laufenden Arbeitsverhältnisses ein Zwischenzeugnis oder zum Ende des Arbeitsverhältnisses ein Schlusszeugnis benötigst.
  3. Stell die Anfrage schriftlich, damit du die Anfrage und die Antwort einfach aufbewahren kannst.
  4. Gib dem Haushalt eine sachliche Liste deiner Hauptaufgaben und der Zeiträume, in denen du diese ausgeführt hast. Nenne nur Arbeiten, die du tatsächlich geleistet hast.
  5. Vergleiche den Entwurf oder das fertige Dokument mit deinem Vertrag, deinen Einsatzplänen, Lohnabrechnungen und weiteren Arbeitsunterlagen.
  6. Wenn etwas unrichtig ist oder fehlt, bezeichne die Stelle, erkläre den sachlichen Fehler und schlag eine Korrektur vor.

Du kannst diese Anfrage anpassen, ohne unnötige persönliche Angaben zu senden:

Bitte erstellen Sie für meine Arbeit als [Funktion] ein [qualifiziertes Arbeitszeugnis / eine Arbeitsbestätigung]. Ich benötige es als [Zwischenzeugnis / Schlusszeugnis]. Bitte verwenden Sie die korrekten Anstellungsdaten und nehmen Sie diese Hauptaufgaben auf: [tatsächlich ausgeführte Aufgaben].

Bewahr die Anfrage, die Antwort des Haushalts und das fertige unterschriebene Dokument auf. Wenn du das Dokument für eine Bewerbung benötigst, kannst du deinen gewünschten Termin nennen und den Haushalt um eine realistische Bestätigung bitten.

So erstellt der Haushalt das Dokument

Der Haushalt erstellt und unterschreibt das Dokument als Arbeitgeberin oder Arbeitgeber. Beginne mit der Anfrage der angestellten Person und den Arbeitsunterlagen, nicht mit einer allgemeinen Bewertungsskala oder einer Liste von Standardformulierungen.

  1. Kläre, ob die angestellte Person ein qualifiziertes Arbeitszeugnis, eine Arbeitsbestätigung oder beide Dokumente verlangt hat.
  2. Verwende die richtigen Namen und Anstellungsdaten. Wenn das Arbeitsverhältnis weiterläuft, sag das deutlich.
  3. Beschreibe die Funktion, die Hauptaufgaben und wichtige Zeiträume, in denen sich die Aufgaben verändert haben. Nenne das Arbeitspensum oder den üblichen Einsatzplan, wenn diese Angabe die Arbeit verständlicher macht und korrekt formuliert werden kann.
  4. Beurteile in einem qualifizierten Arbeitszeugnis Leistung und Verhalten über das gesamte Arbeitsverhältnis. Verwende klare, gewöhnliche Sprache und Tatsachen, die du belegen kannst.
  5. Beschränke eine Arbeitsbestätigung auf Art und Dauer des Arbeitsverhältnisses. Füg weder eine Beurteilung noch einen Kündigungsgrund hinzu.
  6. Prüfe den Text auf Wahrheit, Vollständigkeit und Klarheit. Entferne mehrdeutige Codes und sachfremde private Angaben.
  7. Füg das Ausstellungsdatum und eine rechtsgültige Unterschrift der Arbeitgeberin oder des Arbeitgebers hinzu.
  8. Übergib das Dokument der angestellten Person über einen geeigneten privaten Kanal. Bewahr die Arbeitsunterlagen auf, mit denen sich der Inhalt belegen lässt.

Reinigung, Wäschepflege, Zubereitung von Mahlzeiten, Kinderbetreuung, Schulwege, Einkäufe und Haushaltsorganisation sind Beispiele für Aufgaben, keine Standardliste. Nimm nur Aufgaben auf, welche die angestellte Person tatsächlich ausgeführt hat. Vermeide überhöhte Funktionsbezeichnungen, vages Lob und Kritik ohne nachvollziehbaren Bezug zum Arbeitsverhältnis.

Checkliste zur Vorbereitung

Prüfe die Angaben, bevor der Haushalt unterschreibt

Hake jeden Punkt ab, wenn du einen Entwurf prüfst oder deine Anfrage vorbereitest.

Bewahr den Entwurf und die Belege zusammen auf.

Datenschutz, Referenzauskünfte und Korrekturen

Sachfremde private Angaben gehören nicht ins Arbeitszeugnis. Eine überwundene Krankheit, die für die Beurteilung nicht relevant ist, soll nicht erwähnt werden. Eine erhebliche Unterbrechung muss allenfalls berücksichtigt werden, wenn ihr Fehlen den Eindruck über die Erfahrung der angestellten Person verfälschen würde. Nenne keine Diagnose. Wenn eine Krankheit oder längere Abwesenheit eine schwierige Frage aufwirft, lass dich zu den konkreten Umständen beraten.

Eine mögliche neue Arbeitgeberin oder ein möglicher neuer Arbeitgeber soll vor einer Referenzauskunft bei der früheren Arbeitgeberin oder dem früheren Arbeitgeber die Einwilligung der bewerbenden Person einholen. Das schriftliche Arbeitszeugnis ist keine Erlaubnis für uneingeschränkte Kontakte oder Auskünfte.

Findet die angestellte Person einen Fehler oder eine Lücke, ist eine präzise schriftliche Korrekturanfrage meist der sinnvollste erste Schritt. Bezeichne die Stelle, erkläre, was unrichtig ist oder fehlt, und schlag eine sachliche Formulierung vor. Bewahr den betreffenden Vertrag, Einsatzpläne, Nachrichten und weitere Belege auf. Die angestellte Person kann eine gerichtliche Korrektur verlangen. Der richtige Weg, die voraussichtlichen Kosten und die Dauer hängen jedoch vom Einzelfall ab. Wenn eine direkte Korrektur die Frage nicht löst, hol dir Hilfe bei einer qualifizierten Fachperson für Arbeitsrecht oder Informationen zum zuständigen Zivilverfahren ein.

«Ein gutes Arbeitszeugnis soll dem nächsten Haushalt die geleistete Arbeit verständlich machen, ohne dass er es entschlüsseln muss. Klare Aufgaben, ehrliche Formulierungen und die richtigen Daten respektieren den Helper und den Haushalt.»

Gilberto de la Fuente, Helpore

Offizielle Quellen und ihre Verwendung

Das Recht auf ein Arbeitszeugnis ergibt sich aus Artikel 330a des Schweizerischen Obligationenrechts. Du kannst das Dokument während oder nach dem Arbeitsverhältnis verlangen. Das qualifizierte Arbeitszeugnis umfasst Art und Dauer des Arbeitsverhältnisses, Leistung und Verhalten. Auf besonderes Verlangen der angestellten Person beschränkt sich das Dokument auf Art und Dauer.

Das FAQ des SECO zum Arbeitszeugnis erklärt die praktischen Anforderungen an Inhalt und Qualität. Das SECO bezeichnet dieses FAQ als unverbindliche Information zu privatrechtlichen Arbeitsverhältnissen. Die öffentlichen Informationen der Zürcher Gerichte bestätigen, dass eine angestellte Person beide Dokumente verlangen kann, und erklären den Weg für eine Korrektur.

Zum Datenschutz erklärt der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte, dass vor einer Referenzauskunft bei einer früheren Arbeitgeberin oder einem früheren Arbeitgeber die Einwilligung der bewerbenden Person einzuholen ist. Der Bundesgerichtsentscheid BGE 136 III 510 zeigt, weshalb bei Krankheit und erheblichen Abwesenheiten die Umstände des Einzelfalls massgebend sind.

Nutze bei umstrittenen Formulierungen oder ungewöhnlichen Tatsachen die offiziellen Quellen und hol qualifizierten Rat ein.

Präsentiere deine Arbeit als Helper

Der Haushalt ist deine Arbeitgeberin oder dein Arbeitgeber und Helpore verlangt von Helpers keine Gebühr. Erstelle kostenlos ein Profil, um deine Dienstleistungen, deine Region und deine Verfügbarkeit zu präsentieren. Ein Profil garantiert weder Arbeit noch eine Anfrage.

FAQ

Wer schreibt das Arbeitszeugnis für eine Putzfrau oder Nanny?

Der Haushalt, der dich beschäftigt, erstellt, datiert und unterschreibt das Arbeitszeugnis. Helpore stellt das Arbeitszeugnis nicht aus. Wenn du für mehrere Haushalte arbeitest, ist für jedes Arbeitsverhältnis der jeweilige Haushalt Arbeitgeber und stellt ein eigenes Dokument aus.

Kann ich ein Arbeitszeugnis verlangen, während ich noch dort arbeite?

Ja. Du kannst während des Arbeitsverhältnisses oder nach dessen Ende ein Zeugnis verlangen. Ein Dokument während eines laufenden Arbeitsverhältnisses wird üblicherweise Zwischenzeugnis genannt. Ein Schlusszeugnis wird zum Ende des Arbeitsverhältnisses erstellt.

Was ist der Unterschied zwischen einem qualifizierten Arbeitszeugnis und einer Arbeitsbestätigung?

Ein qualifiziertes Arbeitszeugnis nennt Art und Dauer des Arbeitsverhältnisses und beurteilt Leistung und Verhalten. Eine Arbeitsbestätigung beschränkt sich auf Art und Dauer des Arbeitsverhältnisses. Sie enthält keine Beurteilung und keinen Kündigungsgrund.

Kann ich beide Dokumente verlangen?

Ja. Die angestellte Person kann ein qualifiziertes Arbeitszeugnis, eine Arbeitsbestätigung oder beide Dokumente verlangen. Zwischenzeugnis und Schlusszeugnis bezeichnen den Zeitpunkt. Beide Dokumentarten können deshalb zum jeweils passenden Zeitpunkt verlangt werden.

Was gehört in ein qualifiziertes Arbeitszeugnis?

Es soll die Parteien nennen, die korrekten Anstellungsdaten festhalten, die Hauptaufgaben und wichtigen Zeiträume beschreiben sowie Leistung und Verhalten wahrheitsgetreu, vollständig und fair beurteilen. Der Haushalt als Arbeitgeber datiert das Dokument und unterschreibt es rechtsgültig.

Darf eine Krankheit im Arbeitszeugnis erwähnt werden?

Eine überwundene Krankheit, die für die Beurteilung nicht relevant ist, gehört nicht ins Arbeitszeugnis. Eine erhebliche Unterbrechung muss allenfalls berücksichtigt werden, wenn ihr Fehlen den Eindruck über das Arbeitsverhältnis verfälschen würde. Nenne keine Diagnose. Lass dich zu den konkreten Umständen beraten.

Wie verlange ich die Korrektur eines Arbeitszeugnisses?

Bezeichne die unrichtige oder fehlende Stelle, erkläre den Grund, schlag eine sachliche Formulierung vor und bewahr die Anfrage mit den entsprechenden Belegen auf. Bleibt die Frage ungelöst, hol qualifizierten arbeitsrechtlichen Rat oder Informationen zum zuständigen Zivilverfahren ein.