Die Erwerbstätigkeit in der Schweiz nahm im ersten Halbjahr 2026 insgesamt zu. In privaten Haushalten ging sie dagegen deutlich zurück. Die Schätzungen des Bundesamtes für Statistik zeigen im Durchschnitt 66’902 Erwerbstätige, gegenüber 75’480 ein Jahr zuvor. Der Rückgang von 11,4 Prozent war der grösste unter 19 veröffentlichten Wirtschaftsabschnitten. Auf Frauen entfielen 93,9 Prozent der geschätzten Nettoabnahme. Ihr Schätzwert sank um 13,9 Prozent, gegenüber 3,0 Prozent bei den Männern.
Der Rückgang konzentrierte sich auf Frauen
Der Durchschnittswert für Frauen sank von 57’966 auf 49’911, also um rund 8’100. Der Durchschnittswert für Männer sank von 17’514 auf 16’991, also um rund 500. Beinahe 94 Prozent der geschätzten Nettoveränderung entfielen damit auf Frauen.
Die Zahlen zeigen, wie sich der geschätzte Rückgang auf Frauen und Männer verteilt, aber nicht, warum er eingetreten ist. Die offene Frage ist nun klar: Weshalb sinkt die Beschäftigung in dieser Haushaltskategorie viel stärker als die Erwerbstätigkeit insgesamt, und weshalb konzentriert sich die Veränderung so stark auf Frauen?
Schätzwerte zur Beschäftigung von Frauen und Männern
Durchschnittswerte des ersten Halbjahres. Alle Balken beginnen bei null und verwenden dieselbe Skala.
Frauen
−13,9 %Männer
−3,0 %Die Frage liegt nun beim Bundesrat
Eine eingereichte parlamentarische Anfrage fragt den Bundesrat, weshalb weniger Privathaushalte das vereinfachte Abrechnungsverfahren nutzen und ob sich Anmeldung und Lohnadministration kantonsübergreifend vereinfachen lassen. Sie fragt zudem nach haushaltsspezifischen Massnahmen in der geplanten Revision des Bundesgesetzes gegen die Schwarzarbeit. Unabhängig davon läuft die Vernehmlassung des Bundesrates zu dieser Revision bis zum 16. Oktober 2026.
Wir hoffen, dass dieser Rückgang nicht bedeutet, dass mehr Arbeit in privaten Haushalten undeklariert geleistet wird. Legale Beschäftigung muss einfach und bezahlbar sein, damit Helper den Schutz behalten, der ihnen zusteht.
Gilberto de la Fuente, Direktor bei Helpore
| Kennzahl | 2025 | 2026 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Beschäftigung in privaten Haushalten | 75’480 | 66’902 | −11,4 % |
| Frauen in der Beschäftigung in privaten Haushalten | 57’966 | 49’911 | −13,9 % |
| Männer in der Beschäftigung in privaten Haushalten | 17’514 | 16’991 | −3,0 % |
| Erwerbstätigkeit in der Schweiz insgesamt | 5’352’556 | 5’378’452 | +0,5 % |
Die Werte sind arithmetische Mittel aus den Schätzungen für das erste und zweite Quartal, keine Halbjahressummen.
Der grösste Rückgang in der Tabelle
Über alle Wirtschaftszweige hinweg stieg die geschätzte Zahl der Erwerbstätigen um 0,5 Prozent, von 5’352’556 auf 5’378’452. Die Beschäftigung in privaten Haushalten sank im gleichen Zeitraum um rund 8’600 Personen. Information und Kommunikation verzeichnete mit 3,3 Prozent den nächstgrössten Rückgang.
Der Rückgang in der Haushaltskategorie war mehr als dreimal so gross wie im nächstplatzierten rückläufigen Abschnitt, während der Gesamtwert für die Schweiz stieg.
Private Haushalte, der nächste Branchenrückgang und die Schweiz
Das erste Halbjahr 2025 im Vergleich mit dem ersten Halbjahr 2026. T und J sind NOGA Wirtschaftsabschnitte. Die Schweiz ist der Gesamtwert für das Land, kein Wirtschaftsabschnitt. Die Prozentwerte sind auf eine Dezimalstelle gerundet.
| Rang | Offizielle Bezeichnung des NOGA Abschnitts | Veränderung |
|---|---|---|
| 1 | T Private Haushalte mit Hauspersonal; Herstellung von Waren und Erbringung von Dienstleistungen durch private Haushalte für den Eigenbedarf ohne ausgeprägten Schwerpunkt | −11,4 % |
| 2 | J Information und Kommunikation | −3,3 % |
| 3 | K Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen | −2,1 % |
| 4 | G Handel; Instandhaltung und Reparatur von Motorfahrzeugen | −1,6 % |
| 5 | B-C Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden; Verarbeitendes Gewerbe/Herstellung von Waren | −1,1 % |
| 6 | H Verkehr und Lagerei | −0,5 % |
| 7 | L Grundstücks- und Wohnungswesen | −0,4 % |
| 8 | P Erziehung und Unterricht | +0,6 % |
| 9 | F Baugewerbe/Bau | +0,9 % |
| 10 | Q Gesundheits- und Sozialwesen | +1,0 % |
| 11 | S Erbringung von sonstigen Dienstleistungen | +1,2 % |
| 12 | I Gastgewerbe/Beherbergung und Gastronomie | +1,2 % |
| 13 | E Wasserversorgung; Abwasser- und Abfallentsorgung und Beseitigung von Umweltverschmutzungen | +1,3 % |
| 14 | M Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen | +1,3 % |
| 15 | O Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung | +1,5 % |
| 16 | D Energieversorgung | +2,7 % |
| 17 | A Land- und Forstwirtschaft, Fischerei | +4,0 % |
| 18 | N Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen | +5,8 % |
| 19 | R Kunst, Unterhaltung und Erholung | +7,4 % |
Das Muster hielt sieben Quartale an
Es handelte sich nicht um ein einzelnes schwaches Quartal. Der Schätzwert für das erste Halbjahr lag 2024 bei 81’365, 2025 bei 75’480 und 2026 bei 66’902. Vom vierten Quartal 2024 bis zum zweiten Quartal 2026 lag jedes Quartal unter dem Wert des entsprechenden Vorjahresquartals.
Das jüngste Quartal lag 4,5 Prozent unter dem zweiten Quartal 2025. Sieben Rückgänge in Folge im Vorjahresvergleich zeigen ein anhaltendes Muster, obwohl der Gesamtwert nicht zwischen jedem aufeinanderfolgenden Quartal sank.
Methode und Quelle
Die Haushaltskategorie entspricht Abschnitt T der NOGA. Helpore hat die Tabelle der Erwerbstätigenstatistik des Bundesamtes für Statistik analysiert, die am 15. September 2026 veröffentlicht wurde und Daten bis zum 30. Juni 2026 enthält. Wir bildeten für 2025 und 2026 den Mittelwert aus dem ersten und zweiten Quartal, ordneten die 19 veröffentlichten Wirtschaftsabschnitte nach ihrer prozentualen Veränderung und wiederholten die Berechnung für Frauen und Männer.
Die Quelle weist die durchschnittliche Zahl der Erwerbstätigen gemäss Inlandkonzept aus, nicht registrierte Haushalte, Stellen oder Arbeitsstunden. Sie enthält keine Konfidenzintervalle. Die Analyse beschreibt deshalb die Schätzwerte, ohne statistische Signifikanz, individuelle Stellenwechsel oder eine Ursache zu behaupten.