Die Meldungen zu kurzfristigen Stellenantritten bei Schweizer Arbeitgebenden stiegen in der Privathaushaltszeile von 1’726 im Jahr 2024 auf 1’890 im Jahr 2025. Helpore berechnet daraus ein Plus von 9,5 Prozent. SECO hatte 1’726 bereits als neuen Höchststand der 2005 beginnenden Reihe bezeichnet; der höhere Wert von 2025 ist deshalb der höchste Stand seit mindestens 2005. «Allzeitrekord» wäre nicht belegt.
Über alle Branchen sank die vergleichbare Kategorie im selben Zeitraum von 171’819 auf 166’955, also um 2,8 Prozent. Zwischen den beiden Veränderungsraten liegt eine Differenz von 12,3 Prozentpunkten. Der Befund beschreibt einen Gegentrend in einer kleinen administrativen Kategorie; 2025 entsprach die Privathaushaltszeile rund 1,13 Prozent aller Meldungen dieser direkten Stellenantrittskategorie.
Die vollständige SECO-Zeile umfasst zusätzlich selbstständige Dienstleistungserbringende und entsandte Arbeitnehmende. Mit allen drei Meldewegen stieg sie von 1’994 auf 2’181 Meldungen oder um 9,4 Prozent. Für die Hauptaussage isoliert die Studie jedoch die 1’890 Meldungen zu kurzfristigen Stellenantritten bei Schweizer Arbeitgebenden, weil diese Komponente einem Privathaushalt in der Arbeitgeberrolle am nächsten kommt.
Im SEM-Bestand vom 31. Juli 2026 waren von 5’828 gültigen G-Bewilligungen in «Häusliche Dienste» 5’194 für Frauen registriert, entsprechend 89,1 Prozent. Über den gesamten G-Bewilligungsbestand lag der Frauenanteil bei 35,4 Prozent. Unter den 57 benannten Branchenzeilen der SEM-Tabelle wies «Häusliche Dienste» den höchsten Frauenanteil aus. Das ist eine Rangfolge innerhalb dieser administrativen Tabelle, keine Rangfolge aller Berufe oder aller in der Schweiz Erwerbstätigen.
3’050 Bewilligungen oder 52,3 Prozent der Branchengruppe waren dem Arbeitskanton Tessin zugeordnet. Der Kanton bezeichnet den registrierten Arbeitsort, nicht den Wohnort oder die Staatsangehörigkeit. Auch dieser Befund darf nicht in «mehr als die Hälfte der Hausangestellten arbeitet im Tessin» umformuliert werden.
- Die 1’890 Meldungen sind keine ausgewiesene Zahl eindeutiger Arbeitnehmender, Haushalte, Arbeitgebender, Verträge, Stellen oder Vollzeitäquivalente.
- Die Studie zeigt nicht, dass der gesamte Schweizer Markt für Hausarbeit oder die Zahl seiner Arbeitsplätze um 9,5 Prozent gewachsen ist.
- Die 5’828 gültigen G-Bewilligungen sind kein Bestand von 5’828 nachweislich aktiven Arbeitnehmenden.
- 89,1 Prozent ist der Frauenanteil an dieser SEM-Bewilligungskategorie, nicht an allen Hausangestellten in der Schweiz.
- 52,3 Prozent ist der Tessiner Anteil am administrativen Bewilligungsbestand, nicht am Schweizer Arbeitskräftebestand in Privathaushalten.
- Die Auswertung belegt weder Arbeitskräftemangel noch ungedeckte Nachfrage, Verdrängung einheimischer Arbeitskräfte, Schwarzarbeit oder Verstösse gegen Lohnregeln.
- Sie belegt keine Verlagerung zwischen Meldeverfahren und G-Bewilligungen. Jahresfluss und Stichtagsbestand dürfen nicht addiert werden.
Ein Privathaushalt kann rechtlich auch Arbeitgeber sein. Dann können Anmeldung, Lohnabrechnung, Sozialversicherungen, Unfallversicherung, Quellensteuer und je nach Konstellation migrationsrechtliche Schritte nötig werden. Helpore arbeitet mit genau diesen Abläufen und veröffentlicht die Analyse, um diesen wenig sichtbaren Teil der Haushaltsarbeit verständlicher zu machen.
Die Zahlen messen weder die Tätigkeit von Helpore noch belegen sie, dass der administrative Anstieg Nachfrage nach den Dienstleistungen des Unternehmens geschaffen hat.
Bis einschliesslich 10. September 2026 erfasste Helpore 587 aktive, per E-Mail bestätigte und nicht als Test geführte Helper-Konten. Bei 192 war eine nichtschweizerische EU/EFTA-Staatsangehörigkeit erfasst; 185 davon hatten auch einen hinterlegten Zulassungsweg. Von dieser letzten Analysegruppe wählten 58 von 185 (31,4 Prozent) den Weg «EU/EFTA-Kurzaufenthalt» und gaben ein Einreisedatum in die Schweiz innerhalb der vorangegangenen 90 Tage an. Die 185 sind eine gefilterte Analysegruppe, nicht die Gesamtzahl der öffentlichen Helpore-Profile.
Dabei handelt es sich um de-identifizierte, selbst angegebene Plattformdaten – nicht um amtliche Meldungen, abgeschlossene Vermittlungen oder eine für die Schweiz repräsentative Stichprobe. Die Plattform erfasst Staatsangehörigkeit und Einreisedatum in die Schweiz, nicht das vorherige Aufenthalts- oder Abreiseland. Dieser Plattform-Schnappschuss ist von den SECO- und SEM-Reihen getrennt und darf nicht mit ihnen addiert werden.
Kurzfristige Stellenantritte. Grundlage sind die Tabellen 1-3 der statistischen Anhänge zu den SECO-Berichten 2024 und 2025. Für «Erbringung von Dienstleistungen für private Haushalte» wurde dieselbe Komponente «Kurzfristige Stellenantritte bei CH Arbeitgebenden» verglichen. Die Rechnung lautet (1’890 / 1’726 − 1) × 100 = 9,5017 Prozent. Der Vergleich über alle Branchen stammt aus Tabelle 1-1: (166’955 / 171’819 − 1) × 100 = −2,8309 Prozent. Gerundet ergibt dies eine Differenz von 12,3 Prozentpunkten.
Höchststand. Der offizielle SECO-Bericht zum Normalarbeitsvertrag Hauswirtschaft bezeichnete 1’726 Meldungen im Jahr 2024 als neuen Höchststand der Reihe ab 2005. Der vergleichbare Wert von 1’890 im Jahr 2025 liegt darüber. Die korrekte Formulierung lautet deshalb «höchster Stand seit mindestens 2005».
G-Bewilligungen. Die ergänzende Analyse verwendet die SEM-Tabelle 5-20 «Gültige Grenzgängerbewilligungen nach Branche und Staatsangehörigkeit» mit Stichtag 31. Juli 2026. Die historische SEM-Bezeichnung «Häusliche Dienste» ist eine administrative Branchengruppe. Sie darf weder automatisch mit der modernen NOGA-Abteilung 97 noch mit der SECO-Zeile gleichgesetzt werden.
Vergleichbarkeit. Die SECO-Werte sind ein Fluss während des Kalenderjahrs 2025; der SEM-Wert ist ein Bestand gültiger Bewilligungen an einem Stichtag 2026. Die Reihen beschreiben unterschiedliche Systeme, Perioden und Einheiten. Das Meldeverfahren wechselte zudem Mitte März 2025 zu EasyGov. Die Optimierung sollte unter anderem die Branchenzuordnung präzisieren. Die offiziellen Quellen quantifizieren keinen möglichen Bruch; der Jahresvergleich ist deshalb deskriptiv und kann teilweise durch Änderungen der Erfassung oder Klassifizierung beeinflusst sein.
Administrative Zellen haben keinen Stichprobenfehler wie eine Umfrage, sind aber nicht fehlerfrei. Sie hängen von Anmeldung, Codierung, Aktualisierung und Systemdefinitionen ab. Die Daten erlauben keine kausale Erklärung der beobachteten Veränderungen.
- SECO, Statistischer Anhang zum FlaM-Bericht 2025, Tabellen 1-1 und 1-3, publiziert am 17. Juni 2026.
- SECO, Statistischer Anhang zum FlaM-Bericht 2024, Tabelle 1-3.
- SEM, Ausländerstatistik Juli 2026 und Tabelle 5-20, publiziert am 17. August 2026.
- SEM, Meldeverfahren für kurzfristige Erwerbstätigkeit.
- BFS, Steckbrief Grenzgängerstatistik, zur Unterscheidung zwischen gültigen Bewilligungen und geschätzten aktiven Grenzgängerinnen und Grenzgängern.
- SECO und EasyGov, Erläuternder Bericht zum NAV Hauswirtschaft und Umstellung des Online-Meldeverfahrens.
Die SECO-Reihe zählt jährliche Meldungen zu kurzfristigen Stellenantritten bei Schweizer Arbeitgebenden; sie zählt keine eindeutigen Personen, Haushalte, Stellen oder Verträge. Die separate SEM-Tabelle erfasst gültige G-Bewilligungen in einer administrativen Branchengruppe an einem Stichtag; sie zeigt nicht, wie viele Bewilligungsinhaberinnen und -inhaber an diesem Tag tatsächlich arbeiteten.
Der zentrale Befund ist der Vergleich innerhalb der SECO-Reihe: Die Meldungen in der Privathaushaltszeile stiegen 2025 um 9,5 Prozent, während die vergleichbare Gesamtzahl über alle Branchen um 2,8 Prozent sank. Der SEM-Bewilligungsbestand ergänzt Angaben zu Geschlecht und Arbeitskanton, gehört aber nicht zu diesem Jahrestotal.
Gilberto de la Fuente
Director at Helpore
Mit Helpore wollen wir dazu beitragen, Haushaltshilfe von höchster Qualität in die Schweiz zu bringen. Deshalb ist es eines unserer Ziele, das Anmeldeverfahren für Personen zu vereinfachen, die gerade erst aus der EU in die Schweiz gekommen sind.