2025 zeigte sich auf der ganzen Schweizer Karte dieselbe Verschiebung.
In allen 26 Kantonen nahm die Zahl der bewohnten Einfamilienhäuser mit mindestens einer Person ab 65 Jahren zu. In jedem Kanton sank gleichzeitig die Zahl jener ohne Person ab 65. In den Jahresvergleichen 2014 bis 2025 tritt diese gegenläufige Bewegung erstmals in allen 26 Kantonen auf.
Schweizweit stieg die Zahl bewohnter Einfamilienhäuser mit mindestens einer Person ab 65 um 6’573. Jene ohne Person in dieser Altersgruppe ging um 5’085 zurück. Ende 2025 lebte in 337’198 bewohnten Einfamilienhäusern, also in 38,6 Prozent des Schweizer Bestands, mindestens eine Person ab 65.
Eine landesweite Verschiebung, die sich seit Jahren aufbaut
Das Ergebnis von 2025 ist kein Ausreisser. Von 2013 bis 2025 stieg die Zahl bewohnter Einfamilienhäuser mit mindestens einer Person ab 65 um 24,0 Prozent. Die Zahl ohne Bewohnerin oder Bewohner dieser Altersgruppe sank um 5,8 Prozent.
Allein 2025 nahm die erste Gruppe von 330’625 auf 337’198 zu. Die zweite ging von 540’387 auf 535’302 zurück. Da die Gesamtzahl bewohnter Einfamilienhäuser nur um 1’488 stieg, zeigt das Ergebnis vor allem eine Verschiebung innerhalb des bestehenden Wohnungsbestands.
Es handelt sich um eine demografische Verschiebung im bewohnten Wohnungsbestand, nicht um gezählte Immobilienkäufe. Ein Haus kann die Kategorie wechseln, wenn eine Bewohnerin oder ein Bewohner 65 wird oder wenn sich die Zusammensetzung des Haushalts verändert.
Reine 65-plus-Haushalte stellten 53 Prozent des Nettozuwachses
Das Alterungsmuster ist auch über alle Gebäudekategorien hinweg sichtbar.
Die Zahl der Wohnungen, in denen alle Haushaltsmitglieder mindestens 65 Jahre alt waren, stieg 2025 um 22’407 auf 959’382. Insgesamt nahm die Zahl bewohnter Wohnungen um 42’291 zu. Auf reine 65-plus-Haushalte entfielen damit 53,0 Prozent des Nettozuwachses. Es war das zweite Jahr in der Reihe, in dem ihr Beitrag die Hälfte überstieg.
Ende 2025 wurden 23,2 Prozent aller bewohnten Wohnungen in der Schweiz von reinen 65-plus-Haushalten belegt. Das ist beinahe jede vierte Wohnung.
Wo reine 65-plus-Haushalte am häufigsten sind
Der Schweizer Durchschnitt verdeckt deutliche regionale Unterschiede. In sieben Kantonen lag der Anteil reiner 65-plus-Haushalte 2025 bei mindestens 26,5 Prozent aller bewohnten Wohnungen.
| Kanton | Bewohnte Wohnungen mit ausschliesslich Personen ab 65 |
|---|---|
| Jura | 27,8 Prozent |
| Basel-Landschaft | 27,8 Prozent |
| Nidwalden | 26,8 Prozent |
| Tessin | 26,8 Prozent |
| Uri | 26,6 Prozent |
| Graubünden | 26,6 Prozent |
| Bern | 26,5 Prozent |
Viele Menschen ab 65 führen ihren Haushalt selbstständig. Die Werte zeigen, wo reine 65-plus-Haushalte besonders verbreitet sind und wie schnell dieser Teil der Wohnlandschaft wächst.
Warum das für Haushaltshilfe wichtig ist
Eine bewohnte Wohnung muss unabhängig vom Alter ihrer Bewohnerinnen und Bewohner gereinigt, gepflegt und organisiert werden. Wenn alle Haushaltsmitglieder älter sind, lebt jedoch keine jüngere Person im Haushalt, die körperlich anspruchsvolle Arbeiten, Besorgungen oder praktische Alltagshilfe übernehmen könnte.
Für die Planung von Haushaltshilfe sind Grösse und Richtung das wichtige Signal. Die Schweiz zählt inzwischen fast 960’000 Wohnungen, in denen ausschliesslich Menschen ab 65 leben. Ihre Zahl wuchs 2025 schneller als der gesamte belegte Wohnungsbestand.
Für Helpore wird das Wohnen im Alter damit neben einer demografischen auch zu einer praktischen Haushaltsfrage: Wie finden Menschen verlässliche Hilfe, wenn sie diese wünschen, und behalten gleichzeitig ihre Selbstständigkeit?
Was die Kategorien bedeuten
Eine bewohnte Wohnung ist in den Bevölkerungs- und Wohnungsdaten des BFS zum Jahresende einem Privathaushalt zugeordnet.
Ein Einfamilienhaus folgt der Gebäudekategorie des BFS: ein reines Wohngebäude mit einer Wohnung. Die Kategorie sagt nichts über Zimmerzahl, Wohnfläche, Eigentum, Verkaufsstatus oder Umzugsabsichten aus.
Die Analyse verwendet drei Altersgruppen:
- Mit 65+: Mindestens ein Haushaltsmitglied ist 65 Jahre oder älter.
- Ohne 65+: Kein Haushaltsmitglied ist 65 Jahre oder älter.
- Reiner 65-plus-Haushalt: Alle Haushaltsmitglieder sind 65 Jahre oder älter.
So wurden die Ergebnisse berechnet
Helpore analysierte die BFS-Tabelle zu bewohnten Wohnungen nach Kanton, Altersklassen der Haushaltsmitglieder und Gebäudekategorie für die Jahre 2013 bis 2025.
Die nationalen Veränderungen 2025 sind direkte Differenzen der publizierten Jahreswerte:
- Einfamilienhäuser mit mindestens einer Person ab 65:
337’198 - 330’625 = +6’573 - Einfamilienhäuser ohne Person ab 65:
535’302 - 540’387 = -5’085 - Anteil reiner 65-plus-Haushalte am Zuwachs bewohnter Wohnungen:
22’407 / 42’291 = 53,0 Prozent
Für das Resultat über alle Kantone müssen beide Richtungen im selben Jahresvergleich in jedem Kanton auftreten. Diese Bedingung war 2025 in allen 26 Kantonen erfüllt und in keinem früheren Vergleich von 2014 bis 2024.
Dateien zur Studie
- Vollständige Studie (PDF)
- Belegarbeitsmappe mit Formeln (XLSX)
- Publikationsdaten (CSV)
- Detaillierte Methodik und Quellenverzeichnis
- Pressegrafiken: Verschiebung bei Einfamilienhäusern, Nettozuwachs der Haushalte und kantonale Anteile
Amtliche Quelle
Bundesamt für Statistik, Bewohnte Wohnungen nach Altersklassen der Haushaltsmitglieder und Gebäudekategorie, nach Kanton, 2013 bis 2025.
Fragen oder sachliche Korrekturen können an hello@helpore.com gesendet werden.
Autor
Gilberto de la Fuente
Director bei Helpore